Facebook – AGBs die sowieso keiner liest

[singlepic=535,200,150,,left]Das Geschrei in den Medien war groß, als es hieß das Facebook am 04.02.2009 einfach ohne eine Ankündigung die Terms of Use oder kurz die AGBs geändert hat. Die Nutzer waren ebenfalls empört darüber was da angeblich alles so reingeschrieben wurde. Ich kann die Aufruhr ja irgendwo verstehen, aber ganz ehrlich, wer von den Leuten die da am lautesten Schreien, haben sich bei der Registrierung die AGBs durchgelesen? Ich bin ehrlich, ich nicht. Und solange es bei meinen Netzaktivitäten nicht um Geld geht, tue ich das in der Regel auch nicht. Und ich denke das der Großteil der 175 Millionen Facebookuser es auch nicht getan haben. Aber nun zu einer ganz anderen Frage:

Darf man AGBs einfach ohne Einverständnis des Nutzers ändern?

Ich denke nicht das es überhaupt rechtens ist einfach ohne Ankündigung die AGBs, die ja immerhin einen Vertrag zwischen mir und dem Anbieter (in diesem Fall Facebook) darstellt, zu ändern. Man stelle sich vor man unterschreibt einen Mietvertrag in dem steht das ich Haustiere halten darf. Und irgendwann ist der Vermieter der Meinung, dass er keine Tiere mehr duldet und einfach den Vertrag dahingehend ändert, ohne mir davon zu berichten. Irgendwann flattert dann Post vom Anwalt ins Haus, in der steht das mich mein Vermieter wegen des Haustierhalteverbots verklagt. Dann steht man natürlich da und weiß von nichts. Und kein Gericht der Welt würde dem Vermieter recht geben.

Zugegeben, der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, aber im Grundegenommen sind die AGBs nichts anderes als ein Vertrag zwischen mir und Facebook. Und wenn Facebook der Meinung ist diesen Vertrag ohne mein Wissen und ohne meine Einwilligung zu ändern, dann ist das in meinen Augen nicht rechtens, auch wenn in den AGBs folgendes steht und sicherlich rein rechtlich nicht auf die Änderungen des Vertrags zu übertragen sind:

The Company reserves the right to change any and all content, software and other items used or contained in the Site and any Services and Platform Applications offered through the Site at any time without notice.

Mittlerweile heißt es im Facebook Blog „[…]Over the past couple of days, we received a lot of questions and comments about the changes and what they mean for people and their information. Based on this feedback, we have decided to return to our previous terms of use while we resolve the issues that people have raised[…]“. Das war mehr oder weniger klar, dass das passieren wird, also das die User auf die Barrikaden gehen. Allerdings verstehe ich nicht wieso Facebook sich selbst vorher darüber keine Gedanken gemacht hat, wie die User darauf reagieren würden. Die Vergangenheit hat doch genug Beispiele gehabt, wo solche Änderungen auch vollzogen wurden und die User das ganze Boykottiert haben. Vielleicht war es aber auch nur eine wirkungsvolle Marketingaktion? Selbst in den TV Nachrichten wurde Facebook erwähnt. Billiger kann man nicht ins Fernsehen kommen und kostenlose PR bekommen, oder?

Und mal ganz davon abgesehen, dass es mich nicht interessiert was Facebook mit meinem Content den ich bei Facebook publiziere und generiere macht, sollte sich doch jeder im Klaren darüber sein, dass das, was man im World Wide Web produziert für jedermann sichtbar sein kann. Mit der Betonung auf KANN. Und Content der meiner Meinung nach nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen sichtbar sein soll, beispielsweise private Fotos, die werde ich nicht auf Facebook laden, weil ich dann wahrscheinlich auch der Meinung bin das kein anderer die Bilder verbreiten soll. Also gebe ich niemandem diesen Content an die Hand, sondern zeige ihn lediglich. Und das am besten auf altmodische Art und Weise.

Also denkt gut darüber nach was ihr ins Netz stellt und was nicht. Alles was ich im Netz produziere, zu dem stehe ich. Und zu dem werde ich auch noch in 10 Jahren stehen, auch wenn ich dann vielleicht anders über manche Themen denken werde.

Was denkt ihr zu dem Thema?

Wer Fragen, Anregungen Kritik oder ähnliches zu den Terms of  Service hat, hier entlang.

14 Gedanken zu „Facebook – AGBs die sowieso keiner liest“

    1. Nachtrag: Im Grunde haste Recht, aber derartige Schlagzeilen sind alles andere als gute Publicity und insofern ist es fraglich, ob es gut ist, dass alle Welt darüber berichtet, wie meinetwegen das Fernsehen…

  1. Es heißt Apostroph. :p

    Lass es Dir mal auf der Zunge zergehen, „Allgemeine Geschäftsbedingungen“, das ist bereits die Mehrzahl (im übrigen Plural genannt, nicht „Pural“) und ein „s“ hat da am Ende nicht zu suchen. Das ist wie, „Allgemeine Geschäftsbedingungens“ – Merkste watt? 🙂

    Siehe auch: agb-s.de 😉

    PS: Hab dich auch lieb

    1. Wenn du schon die Seite verlinkst dann lese sie auch richtig:

      Unser Vorschlag: Entweder die Abkürzung AGB nutzen. Notgedrungen ist auch AGBs akzeptabel. Aber AGB’s geht gar nicht!

      Aber mal davon abgesehen, was ist das bitte für eine Quelle in der sowas steht:

      (falls es sowas überhaupt gibt)

      Aber Schluss jetzt, darum sollte es hier eigentlich gar nicht gehen.

        1. Was ist denn DAS doppelte Plural? Wenn hier einer seiert, dann bist Du das doch. Kleinkarierte Erbsenzählerei – typisch deutsch!

  2. Veränderung in den AGB sind grundsätzlich nicht verboten, diese gelten aber dann zunächst nur für Neu-Verträge und erst dann für Alt-Verträge, wenn man diesen explizit zustimmt. Dies trifft auch auf Dein Beispiel mit dem Mietvertrag zu, denn der Vermieter muss im Falle von Änderungen im Mietvertrag jedem Mieter die neuen Konditionen zuschicken, damit diese davon Kenntnis nehmen und unterschreiben lassen. Alles andere wäre nicht rechtens, aber man kann eben deutsches Recht auch nicht auf amerikanisches Recht ummünzen, bei denen läuft so einiges anders …

    1. In diesem Fall sollten die AGBs für alle Nutzer gelten, auch für bereits registrierte. Und wenn man ein Produkt auf den deutschen Markt wirft, welches auch definitiv für den deutschen Markt gemacht ist, dann sollte auch nach deutschem Recht gehandelt werden. Ich weiß nicht genau wie die rechtliche Lage wirklich aussieht, ich bin kein Jurist, aber wie es scheint, scheint da was dran zu sein wie im rechtzweinull-Blog zu lesen ist.

  3. Eigentlich finde ich das ziemlich amüsant, egal was die die großen Netzwerke versuchen, um den Quatsch zu monetarisieren, immer wird von den Schmarotzern rumgebrüllt: „NEIN ALLES MEINS! KEINE WERBUNG! OMFG!“

    Ich sehe das wie du, es ist ja nicht so, dass ich da nen Buch schreibe…

  4. Die ganze Sache hat sehr viel Aufsehen erregt aber ich finde das ist auch berechtigt, denn man kann hier nicht einfach die AGB ändern. Soweit ich weiß ist das nicht erlaubt. Also ändern kann man sie schon, aber sie muss von den bereits vorhandenen Usern angenommen werden. Die Situation ist sehr angespannt und ich glaube, dass wir hier noch viel hören werden, denn ich bin der Meinung, dass man sich das nicht einfach so gefallen lassen darf. Ich hoffe, dass sich die User dagegen wehren werden.

  5. A G B sind wichtig, sogar sehr wichtig denn man geht mit diesem akzeptierten AGB einen festen Vertrag ein. Zu meiner Schande muss ich aber auch echt gestehen ich lese diese nicht wirklich, ich überfliege die A G B ‚s nur!

  6. A G B’ s sind wichtig, sonst würde alles drunter und drüber gehen, aber wer seine A G B’ s ständig ändert ist unglaubwürdig. Hände weg vor solchen Partnern, denn diese sind nicht seriös und man muss mit bösen Überraschungen rechnen!

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